„Unsere Zukunft wird von Technologie geprägt sein“

Jedes Jahr im November lädt die Europäische Roboterwoche (ERW) Technikfreunde dazu ein, in die Welt der Robotik einzutauchen. Ins Leben gerufen wurde die ERW vom europäischen Robotik-Verband euRobotics. Dr. Kristina Wagner ist Leiterin der KUKA Konzernforschung und seit diesem Jahr zudem Mitglied im Vorstand von euRobotics. Wir haben mit ihr über die ERW gesprochen, wohin die Reise in der Robotik geht – und warum sie jungen Menschen eine Karriere in der Welt der Technologien empfehlen würde.

Kristina, Du bist seit diesem Jahr Mitglied im Vorstand von euRobotics. Was ist das Ziel des Verbandes und warum hat euRobotics die Europäische Roboterwoche ins Leben gerufen?

Dr. Kristina Wagner: „euRobotics ist ein internationaler Verband, der alle Akteure der europäischen Robotik vertritt. Er wurde unter anderem mit dem Ziel gegründet, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Wir sind davon überzeugt, dass es noch viel Innovationspotenzial in der Robotik gibt und wir wollen die europäische Forschung, Entwicklung und Innovation in diesem wichtigen Bereich fördern. Denn wir sind davon überzeugt: Robotik macht die europäische und globale Wirtschaft innovativ. Dabei schauen wir uns genau an: Was sind die aktuellen Top-Themen in der Robotik? Was sollten wir in Europa gemeinsam berücksichtigen in der Förder- und Forschungslandschaft?

„Alles verändert sich so schnell und es gibt kaum etwas Spannenderes, als sich mit diesen Zukunftsthemen rund um Robotik, KI und Co zu beschäftigen“, so Kristina Wagner, Leiterin der KUKA Konzernforschung und Mitglied im Vorstand von euRobotics.

Außerdem will der Verband die positive Wahrnehmung der Robotik fördern. Daher veranstalten wir jedes Jahr die Europäische Roboterwoche, um der Öffentlichkeit die Robotik-Forschung und -Entwicklung näherzubringen, Berührungsängste zu nehmen und auch junge Menschen für Technologie zu begeistern. Und in diesem Jahr feiern wir sogar ein kleines Jubiläum: Seit 2011 bietet die ERW jedes Jahr eine Woche lang verschiedene Aktivitäten rund um die Robotik in ganz Europa für die breite Öffentlichkeit an. Unternehmen, Institute und Einrichtungen überall in Europa machen mit, auch KUKA. Unterschiedliche Veranstaltungen und Aktionen sollen die wachsende Bedeutung der Robotik und die zunehmende Bedeutung der sogenannten MINT-Bereiche, also MathematikInformatikNaturwissenschaft und Technik  hervorheben.“

Zum Stichwort „wachsende Bedeutung der Robotik“: Automatisierung ist mittlerweile ja in vielen Bereichen unverzichtbar geworden und hält Einzug in immer mehr Bereiche unseres Lebens und Arbeitens. Was sind derzeit nach Einschätzung von euRobotics die wichtigsten Trends? Und wo geht die Reise hin?

„Wir sehen als Schwerpunkt neben den klassischen Einsatzorten wie Produktion und Logistik auch neue Bereiche wie Gesundheitswesen, Landwirtschaft, oder Inspektion von Infrastruktur wie zum Beispiel Windturbinen oder Brücken per Drohne. Aber auch die agile, flexible Produktion sehen wir als Bereich, auf den Innovationen rund um Robotik großen Einfluss haben. Aber auch die Robotik selbst entwickelt sich dank Künstlicher Intelligenz, Cloud- und Wahrnehmungs-Technologien und Co. unentwegt weiter. Diese technologischen Treiber eröffnen viele neue und spannende Einsatzmöglichkeiten.

Seit 2011 bietet die ERW jedes Jahr eine Woche lang verschiedene Aktivitäten rund um die Robotik in ganz Europa für die breite Öffentlichkeit an. Unternehmen, Institute und Einrichtungen überall in Europa machen mit, auch KUKA.

Und es sind enorm wichtige Zukunftsthemen, für die wir heute die Weichen stellen müssen. Aus diesem Grund hat euRobotics mit anderen Verbänden ADRA gegründet, um mit der Europäischen Kommission eine Partnerschaft einzugehen. ADRA steht für AI, Data and Robotics Association. Ziel ist eine gemeinsame Vision, um bei der Erforschung, Entwicklung und dem Einsatz von wertorientierter, vertrauenswürdiger KI, Daten und Robotik auf der Grundlage der europäischen Grundrechte, Prinzipien und Werte weltweit führend zu sein.“

Einer der wichtigsten Voraussetzungen, um diese Technologien und Innovationen voranzutreiben, sind gut ausgebildete Fachkräfte. Ein Ziel der ERW ist es, Jugendliche für MINT-Berufe zu begeistern. Du selbst hast einen Doktor in Mathematik und leitest das größte Entwicklungsprojekt bei KUKA. Was möchtest du jungen Menschen und potenziellen Nachwuchskräften aus deiner Erfahrung mit auf den Weg geben?

„Für mich ist klar: Unsere Zukunft wird von Technologie geprägt sein. Es lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall, diesen beruflichen Weg einzuschlagen und ich würde es jedem und jeder empfehlen. Alles verändert sich so schnell und es gibt kaum etwas Spannenderes, als sich mit diesen Zukunftsthemen rund um Robotik, KI und Co zu beschäftigen. Und nicht jede Schülerin und jeder Schüler muss direkt ein genaues Berufsbild im Kopf haben – ich denke, wenn man etwas macht, wofür man eine Leidenschaft hat, wird sich der Rest finden. Wichtig ist: Man sollte das machen, was einem wirklich Freude macht, weil man nur dann richtig gut ist.“

Im Rahmen der „European Robotics Week“ vom 19. bis 28. November 2021 öffnet KUKA wieder die Türen und lädt Klein und Groß dazu ein, in die Welt der Robotik einzutauchen. Hier finden Sie die Aktionen und Veranstaltungen von KUKA zur Europäischen Roboterwoche.

Ähnliche Artikel