„Innovationen sind die Voraussetzung für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg“

Innovation ist das Geheimnis erfolgreicher Unternehmen, wichtiger Wirtschaftsmotor – und ein gern gebrauchtes Schlagwort in Wirtschaft und Politik. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Begriff, der wörtlich „Neuerung“ bedeutet? Wir haben mit Ulrike Tagscherer, Chief Innovation Officer bei KUKA, über die Methoden innovativer Firmen gesprochen und warum es manchmal hilft, anders zu denken als im Tagesgeschäft.

Wie definiert sich eigentlich Innovation?

„Kurz gesagt: eine Innovation ist etwas Neues, das erfolgreich im Markt implementiert wird, mit dem man direkt oder indirekt Geld verdient. Das kann ein neues Produkt oder Konzept sein, eine neue Lösung, ein neuer Service oder Prozess. Der „Neuigkeits-Aspekt“ bezieht sich dabei auf die eigene Industrie oder die Wettbewerber, es reicht in den meisten Fällen nicht, wenn etwas nur für die eigene Firma neu ist.

Innovationen lassen sich in unterschiedliche Kategorien einteilen. Die bekanntesten sind sogenannte inkrementelle und radikale Innovationen. Bei der ersten Kategorie spricht man von eher kleinen, schrittweisen Innovationen, bei der zweiten Kategorie von Innovationen, die etwas Bestehendes radikal verändern. Wenn man genauer hinschaut, dann kann man rund 10 verschiedene Arten von Innovation unterscheiden:

Daraus resultiert, dass man mit technologischen Innovationen zwar einiges abdeckt, jedoch längst nicht alles. Deshalb müssen wir Innovation umfassender sehen als Technologien, auch wenn für eine Technologie-Firma wie KUKA technologische Innovationen besonders bedeutend sind.“

Was macht ein innovatives Unternehmen aus?

„Ein innovatives Unternehmen bringt immer wieder Neues auf den Markt und erwirtschaftet einen relevanten Anteil seines Umsatzes mit Produkten und Lösungen, die jünger als drei Jahre sind. Dafür ist das grundlegende Verständnis im Unternehmen nötig, dass Innovationen die Voraussetzung für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg sind. Das erfordert kontinuierliche Investitionen in Innovationsarbeit, mit klaren Prozessen und messbaren Bewertungskriterien.

Ein innovatives Unternehmen beginnt mit den Bedürfnissen oder Problemen der Kunden. Denn nur wenn wir einen Wert für unsere Kunden schaffen können, werden diese bereit sein, für Innovationen zu bezahlen oder diese zu nutzen. Ein ganz wesentliches Element in einem innovativen Unternehmen ist eine offene, mutige und zukunftsorientierte Firmenkultur.

Zu dieser Kultur gehört es auch, Fehler zuzulassen und von ihnen zu lernen, um sich kontinuierlich zu verbessern. Dazu braucht es „Denk-Räume“, in denen man anders denken und handeln darf als im Tagesgeschäft.“


Wie treibt KUKA das Thema Innovation voran?

„KUKA treibt das Thema Innovation auf vielen unterschiedlichen Ebenen voran, weil es viele Beteiligte braucht, um Innovationen umzusetzen. So haben wir eine Innovationsvision, eine Innovationsstrategie sowie einen dazugehörigen Prozess aufgebaut. Und wir haben seit vergangenem Jahr unsere Innovationskampagnen.

Damit erzeugen wir das Bewusstsein im gesamten Unternehmen, dass die Ideen für Innovationen von jeder und jedem in der Firma kommen können. Mit den Ideen, die aus Kampagnen ausgewählt werden sowie Themen, die durch die unterschiedlichsten Wege zu uns kommen, gestalten wir dann unser Innovations-Portfolio. Damit gemeint sind eine gewisse Zahl an Innovationsprojekten in unterschiedlichen Reifestadien, von ersten Ideen über Prototypen hin zu sogenannten Minimal Viable Products. Durch den Prozess werden diese Innovationsprojekte systematisch vorangetrieben, so dass sie dem Management so vorgelegt werden können, dass diese sehr gut entscheiden können, ob, wann und wie weiter investiert werden sollte.

So werden auch unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Umgang mit verschiedenen Innovationsmethoden trainiert. Das ist ein wichtiger Aspekt für unsere Innovationsaktivitäten, nicht zuletzt auch mit Blick auf eine Firmenkultur hin zu mehr Fehlertoleranz im Innovationsbereich und dem Bewusstsein, dass wir aus Fehlern lernen können.“

 

 

Bildnachweise: Getty/Eoneren, Getty/fotografstockholm

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