Baukasten zum Erfolg

Bei Automatisierung denken viele an Massenfertigung, Konzerne und große Budgets. Dabei liegt in der modularisierten Automatisierung der Produktionsprozesse vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen eine große Chance: Mit passgenauen Lösungen, die sich flexibel gestalten lassen, sinken die Kosten und die Effizienz steigt.

Was in der Automobilbranche längste Realität ist, hört sich für viele Unternehmen aus dem Werkzeugmaschinenbau noch nach Zukunftsmusik an: Automatisierung der Produktionsprozesse. Dabei ist der Weg dorthin längst bekannt und vor allem: unvermeidlich.

Das Beratungsunternehmen Oliver Wyman prognostizierte bereits 2016: „Maschinenbauunternehmen kommen nicht umhin, sich mit Modularisierungs- und Standardisierungsstrategien auseinanderzusetzen.“ Denn damit lassen sich nicht nur die Herstellkosten um 15 bis 25 Prozent senken, sondern auch Durchlaufzeiten verkürzen und Individualisierungsraten erhöhen. Voraussetzung dafür: Eine modulare und intelligent automatisierte Produktionsstruktur.

Alles kann, nichts muss

Um die Produktion von ZIMM effizienter zu gestalten und produktiver zu machen, entwickelten die Unternehmen Vischer & Bolli und HBI Robotics gemeinsam eine modulare Zelle, bestückt mit KUKA Robotern.

Darin liegen vor allem Chancen für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich mit Hilfe der Automatisierung ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten können. „Automatisierung hat nichts mit Serienfertigung zu tun“, sagt Marcel Haltiner, Leiter Automation beim Spanntechnikspezialisten Vischer & Bolli.

Gemeinsam mit Partnerfirmen entwickelt das Unternehmen modulare Automatisierungszellen, die sich an die Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen. Die Zielgruppe: Zerspanungsunternehmen, Maschinen- und Formenbau, Medizintechnik und der Automotive-Bereich. „Mit einer intelligenten Lösung ist die automatisierte Fertigung ab Losgröße 1 möglich“, sagt Haltiner. Das Konzept dahinter: modulare Baugruppen, die sich flexibel gestalten lassen.

Das System lässt sich flexibel erweitern

Modularisierung bedeutet dabei keineswegs Standardisierung: „Es geht darum, die beste Lösung für die spezifischen Anforderungen zu finden“, sagt Haltiner. „Das heißt, wir stellen das System individuell zusammen, der Kunde hat aber nur einen Ansprechpartner.“

Der große Vorteil dieser Herangehensweise: Bei einem Maschinenwechsel lässt sich die Automatisierungszelle anpassen, Baugruppen können ausgetauscht werden. Bei Bedarf lässt sich die Zelle um fahrerlose Transportsysteme erweitern, die Rohmaterial anliefern oder fertige Teile abtransportieren.

Rohmaterial rein, fertiges Werkstück raus: Flexibilität in der Produktion

„Mit dem Konzept der Produktionszellen ist eine hohe Flexibilität in der Massenproduktion möglich“, sagt Andreas Bauer, Software-Architekt bei KUKA. „Mit Robotern und Menschen, die zusammenarbeiten, können Unternehmen einzigartige Produktionsabläufe koordinieren.“

Das Ergebnis: Die Fähigkeit, das zu liefern, was der Kunde wünscht – mit kurzen Lieferzeiten und optimalen Preismodellen, die sowohl Umsatz als auch Rentabilität steigern.

Lohnenswerter Einstieg in die Automatisierung

Die automatisierte Nachbearbeitung der Werkstücke übernimmt ein KR AGILUS von KUKA.

Für kleine und mittelständische Unternehmen ist der Schritt in Richtung Automatisierung in jedem Fall interessant. Der Spindelhubgetriebehersteller ZIMM etwa konnte mit der Installation einer modularen Automatisierungszelle von Vischer & Bolli seine Produktivität deutlich erhöhen und gleichzeitig seine Wettbewerbsfähigkeit sichern:

„Mit Hilfe der Automatisierung hat sich die Leistung der Fräsmaschine verdoppelt. Gleichzeitig können sich die Mitarbeiter um wertschöpfende Tätigkeiten kümmern. Lediglich um Material zuzuführen sind noch manuell Eingriffe nötig“, erklärt Marcel Haltiner.

Auf diese Art amortisieren sich die Kosten für die Installation für ZIMM in etwa zwei bis drei Jahren. Eine lohnende Investition.

 

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