„Die Berührungsängste sind viel geringer“: Ein besonderer Roboter für Schule und Ausbildung

Mal eben den Umgang mit einem Roboter lernen? Mit dem „Education Robot System“ der OrangeApps GmbH klappt das. Denn der kleine Roboter aus System-Bausteinen verhält sich zwar wie ein echter KUKA Roboter, ist aber deutlich günstiger und vor allem wesentlich leichter. Daher eignet sich der Sechs-Achs-Roboter gut für Übungszwecke. Wie es zu der Idee kam und wofür der Roboter nun eingesetzt werden soll, erklärt OrangeApps-Geschäftsführer Daniel Schmidt im Interview.

Herr Schmidt, wie sind Sie auf die Idee dieses Roboters gekommen?    

Das war zunächst ehrlich gesagt als Spaß gedacht. Meine Partnerin war auf Dienstreise und ich hatte Zeit, wieder einmal meinen Hobbys aus der Kindheit nachzugehen. Aus dem Spiel wurde dann ein echtes Projekt, das sich inklusive der Verknüpfung mit der KUKA Software ein ganzes Jahr gezogen hat. In der Firma haben wir den Roboter dann in wenigen Wochen so optimiert, dass man ihn problemlos nachbauen kann. Was als Spaß begann, kam bei Kunden so gut an, dass wir den Roboter ins Portfolio genommen haben.

 

Für wen ist der Roboter denn besonders interessant?

Der Bausatz richtet sich vor allem an Schulen und Universitäten, die damit zu Übungszwecken arbeiten können. Wir sind beispielsweise mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Kontakt. Dort sollten im „School Lab“ verschiedene Stationen für naturwissenschaftliche Experimente entstehen. Das Problem: Selbst Kleinstroboter aus dem industriellen Umfeld kosten mehrere tausend Euro und der Umgang mit ihnen verlangt eine Sicherheitsschulung. Das braucht unser Roboter nicht. Er kann im direkten Kontakt mit dem Anwender benutzt werden und dadurch sind die Berührungsängste auch viel geringer. Vor einem echten Roboter ist der Respekt ohne Vorerfahrung normalerweise größer.

Was können Schüler und Studierende denn damit lernen?

Der Roboter bietet einen einfachen Einstieg in die Sechs-Achs-Robotik. Schließlich kann man mit unserem Plastikmodell dasselbe machen, wie mit einem echten Industrieroboter von KUKA. Er läuft sogar mit derselben Software. Schüler und Studierende lernen dabei eine Menge über Kinematik, Getriebe, Motoren und andere mechatronische Komponenten.

Was kann der Roboter?  

Das kommt ganz darauf an, wie man ihn programmiert. Zum Beispiel kann man ihn unterschiedliche farbige Tischtennisbälle mit Hilfe eines Farbsensors sortieren lassen. Mit dem DLR und einigen Studierenden hatten wir eigentlich geplant, verschiedene Applikationen zu entwickeln. Leider ist uns da Corona dazwischengekommen. Wir hatten aber viele Ideen, unter anderem wollten wir den Roboter mit einer Schachsoftware ausrüsten. Man sieht: Vieles ist möglich.

Mal ehrlich: Wie viel Vorwissen braucht es, um den Roboter selbst zusammenzubauen?  

Gar nicht viel. Es ist kein Kinderspiel, aber Jugendliche mit 13 oder 14 Jahren bekommen das mit etwas Geschick in vier bis fünf Stunden hin. Der Roboter besteht aus 1.010 System-Bausteinen aus Kunststoff, von denen es mehr als 100 verschiedene gibt. Unsere Bauanleitung inklusive Verkabelung des Roboters besteht aus 180 Schritten. Einfach ist es nicht, aber machbar. Und der Spaßfaktor ist groß.

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar