OP­-Assistenten, Diagnose­-Helfer, mobile Robotikplattformen: Neue Technologien – die Lösung für die Gesundheitsbranche?

Ein kleiner Roboter fährt selbstständig durch Krankenhäuser und bringt Patienten ihre Medikamente. Solche Helfer könnten uns im Krankenhaus der Zukunft öfter begegnen. Das Ziel: die optimale Behandlung für den Menschen.

Die Menschen in den Industrienationen werden immer älter, es mangelt an Fachkräften und das Pflegepersonal ist überarbeitet: Diesen Herausforderungen müssen sich sämtliche Bereiche der Gesundheitsbranche stellen. Neue Konzepte sind nötig, um auch in Zukunft die umfassende Versorgung einer immer älteren Gesellschaft sichern zu können. Dazu gehören effizientere Abläufe, denn die Anforderungen an Qualität und Dokumentation steigen. Zudem muss das Personal entlastet werden, damit Schwestern, Pfleger und Ärzte wieder mehr Zeit für die Patienten haben.

Zeitaufwendig, fehleranfällig, monoton: Aufgaben für Roboter

»Wir brauchen ganzheitliche Automatisierungslösungen, um die zahlreichen Herausforderungen im Gesundheitsbereich bewältigen zu können«, sagt Stephan Sonderegger, CEO von Swisslog Healthcare. »Deshalb helfen wir unseren Kunden der Gesundheitsbranche nicht nur dabei, ihre Effizienz zu steigern, sondern auch ihr Personal von administrativen Aufgaben zu befreien.«

Zum Beispiel bei der richtigen Medikation, für jeden Patienten individuell sortiert: Was bisher eine zeitaufwendige, fehleranfällige Aufgabe für das Pflegepersonal war, erledigen in Zukunft Robotor

in der Zentralapotheke in einem Krankenhaus und autonome Service-Roboter (ASR) oder Rohrpostanlagen transportieren diese auf die Pflegestation. Laut Angaben der Ohio State Medical University können damit täglich 160 Arbeitsstunden gespart werden – Zeit, die für den persönlichen Kontakt zum Patienten bleibt.

TranspoNet Rohrpostsystem vom Swisslog Healthcare

»Die Zukunft der Krankenhäuser liegt in der Robotik«

Stefano Stramigioli, Professor of Advanced Robotics an der Universität Twente und der ITMO University, sieht weitere Anwendungsfelder: »Nicht nur in der Logistik, sondern auch in Bereichen wie der Diagnose liegt die Zukunft der Krankenhäuser in der Robotik

Die Präzision von Robotern bringt entscheidende Vorteile für den Patienten, egal ob in der Radiologie, Endoskopie oder bei der sogenannten Schlüssellochchirurgie, bei der Operationen mehr oder weniger innerhalb der geschlossenen Bauchhöhle oder Brusthöhle stattfinden und große Schnitte entfallen. »Hier kommt es auf Qualität an. Der Chirurg braucht dringend ein System, mit dem er zuverlässig arbeiten kann. Und das ist in diesem Maße nur mit Robotern möglich«, erklärt Stramigioli.

So wie beispielsweise mit dem KUKA LBR Med. Der Leichtbauroboter ist die weltweit erste robotische Komponente, die zur Integration in Medizinprodukte zertifiziert ist. Die zur Mensch-Roboter-Kollaboration fähige Robotertechnik ist gezielt auf die spezifischen Anforderungen des medizinischen Bereichs angepasst.

»Das Maximum rausholen« dank Medizinrobotik

Ein Beispiel dafür, wie Roboter Ärzte unterstützen können, ist das EU-Forschungsprojekt MURAB, das unter anderem eine bessere Krebsdiagnostik zum Ziel hat. Durch den sensitiven KUKA Leichtbau roboter LBR Med ist es möglich, Biopsien zu verbessern, indem der Roboter bei der exakten Steuerung der Biopsie-Nadel unterstützt.

Der KUKA LBR Med als intelligenter Assistent im Medizinbereich

Robotertechnik reduziert so teure Magnetresonanztomographien. »Das ist ein wirklich vielversprechendes Projekt. Dank der Präzision der Roboter können wir das Maximum aus bildgebenden Verfahren herausholen«, sagt Stramigioli.

Ob für Transportaufgaben, als OP-Assistent oder auch als Hilfsmittel zur Umlagerung von Patienten – letztendlich dienen alle Robotik- und Automatisierungsprojekte in der Gesundheitsbranche nur einem Zweck: Die Behandlung soll für Patienten so schonend und wirkungsvoll wie nur möglich sein.

Die neuen Technologien unterstützen dabei Ärzte und Pflegepersonal und machen das Gesundheitswesen fit für die enormen Herausforderungen der Zukunft. Das betont auch Sonderegger: »Automatisierung erlaubt mehr Zeit für die Pflege und damit den Patienten – der Mensch steht im Mittelpunkt. Patienten werden schneller gesund und Gesundheitskosten können gesenkt werden.«

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