KUKA College

Die Lizenz zum Programmieren

Von Jasmin Wagner

Fahrstunden nehmen und eine Prüfung bestehen – das ist nötig, um einen Führerschein zu bekommen. Bei der Bedienung von Robotern gibt es so etwas zwar nicht, aber KUKA hat den perfekten Fahrplan, um die Benutzer genauso sicher zur Bedienung eines Roboters zu führen.

Mit einem leisen Surren fährt der orangefarbene Roboter die vorgegebene Bahn ab und schwenkt danach nach oben. Die junge Frau an der Steuerung nickt zufrieden: Aufgabe erfolgreich erledigt. An der Roboter-Zelle nebenan erklärt ein Trainer das Handbediengerät smartPad, ein Stockwerk darunter zerlegt eine Gruppe junger Männer einen riesigen Schwerlast-Industrieroboter. Kurz gesagt: ein normaler Dienstag im KUKA College in Augsburg.

Die vorläufige Statistik des World Robotics Report zeigt, dass 2018 weltweit ein neuer Rekord von 384.000 Roboter-Einheiten ausgeliefert wurde. Immer mehr Menschen arbeiten also in ihrem Alltag mit Robotern. Sich selbst beizubringen, wie man einen Roboter programmiert, erfordert Routine und Zeit zum Ausprobieren – die man im Arbeitsalltag meist nicht hat. Bei Arbeiten an einer automatisierten Linie oder Zelle kann das zu Produktionsausfällen und finanziellen Verlusten führen.

Seit gut 20 Jahren hilft KUKA deshalb dabei, die Produktionsabläufe und den Umgang mit Robotern zu optimieren und hat dazu das KUKA College geschaffen. An mittlerweile über 30 Standorten weltweit werden Anwender von zertifizierten Trainern im Umgang mit den KUKA Robotern geschult.

Spezielle Ausbildung für Robotik im Arbeitsalltag

In rund 150 verschiedenen Kursen werden alle Berufsgruppen angesprochen, die mit einem Roboter in Kontakt kommen, von der Integration, über die Programmierung, die Konfiguration und Bedienung bis hin zur Instandhaltung. Allein in Augsburg werden jährlich rund 6.000 Kursteilnehmer im Umgang mit den Robotern geschult.

Eines ist dabei besonders wichtig, wie Gerhard Müller, Vice President Customer Services – Region Germany, erklärt: „Wir legen Wert auf eine hohe Qualität der Trainings durch eine speziell zugeschnittene Ausbildung. Sowohl die Ausbildung unserer Trainer, als auch die Ausstattung der Colleges selbst orientieren sich an globalen Standards.“

Durch die Seminare erhalten die Mitarbeiter unterschiedlichster Firmen umfangreiches Know-How, das über die reine Lösung eines akuten Problems hinausgeht und tiefergehendes Wissen vermittelt. An rund 300 Trainingsrobotern weltweit können sie Gelerntes direkt in die Tat umsetzen, mit den Robotern frei verfahren und so einen routinierteren Umgang damit entwickeln.

Schrauben und testen ohne Risiko

In einer Modell-Straße im College können Teilnehmer auch ganze Arbeitsabläufe üben und so im Betrieb strukturierter, konzentrierter und effizienter arbeiten. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Arbeitssicherheit aus, sondern auch auf die Qualität der Arbeitsabläufe. Denn steht eine ganze Linie erst einmal still, bedeutet das für Unternehmen Verluste.

Deshalb haben die Kursteilnehmer im College die Möglichkeit, alle Roboter auszuprobieren, auseinanderzuschrauben und anzufassen – im Gegensatz zur laufenden Produktion ohne Risiko oder Einbußen. Klaus Petter, Teamleiter Training South ist für das College am Augsburger Hauptsitz verantwortlich und erklärt mit Augenzwinkern, dass man theoretisch „alles kaputt machen und wieder zusammensetzen kann“.

Und falls es einmal zu Störungen in einer Produktion kommen sollte, gibt es für KUKA Kunden die Möglichkeit, jeweils hauseigene Servicetechniker im KUKA College ausbilden zu lassen. So kann der Fehler im Störfall vom Techniker vor Ort schnell behoben werden.

Von einer Schulung profitieren also nicht nur die Roboterbediener selbst durch sichereres und routinierteres Arbeiten. Auch das Unternehmen erzielt so effizientere und hochwertigere Ergebnisse in der Produktion. So bereiten die KUKA Colleges Arbeiter und Unternehmen auf den Arbeitsalltag mit ihren orangefarbenen Helfern vor.

Hier können Sie mehr über das Angebot der KUKA Colleges erfahren.

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