Gießerei 4.0: Neue Megatrends und Industrie 4.0 in der Gießereibranche

Welche Trends beherrschen die Gießerei-Branche? Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich im Bereich der Produktion durch die neuen technischen Möglichkeiten? Und welchen Veränderungen muss sich die Gießerei-Industrie stellen?

Digitalisierung, Fachkräftemangel, steigende Produktionskosten: Trends, die vor keiner Branche Halt machen. Da bildet die Gießerei keine Ausnahme. Elektromobilität und Leichtbau sind weitere Treiber für den Produktionswandel: Neue Komponenten für E-Autos wie dünnwandige Batteriegehäuse zum Beispiel oder Gehäuse für die sensible Elektronik sind gefragt. Das Bauteilspektrum wird größer, die Ansprüche an Genauigkeit und Präzision werden höher. Laut einer Studie vom Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie wird die Menge des zu erwartenden Gusses bis ins Jahr 2030 dadurch voraussichtlich zunehmen. „Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich die Industrie jetzt mit den neuen Herausforderungen auseinandersetzt“, sagt Steffen Günther, Head of Business Development Casting & Foundry bei KUKA. Es gilt mögliche Potenziale zu identifizieren, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden.

Automatisierte Fertigungslösungen gewinnen gerade in der Gießerei-Branche immer mehr an Bedeutung. Denn sie tragen zu effizienteren Prozessen bei, die helfen Kosten zu senken.

Der gestiegene Anspruch an die Bauteilqualität verlangt die neuesten Technologien und Entwicklungen. Automatisierung lautet hier das Schlagwort. „Denn in manueller Fertigung sind sonst die extrem hohen Anforderungen oft nicht zu erreichen“, sagt Günther. Die smarte Fabrik rückt damit auch im Gießerei-Bereich in den Mittelpunkt. Denn neben der Automatisierung spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Über den Software-Schnittstellen-Standard OPC UA lassen sich Daten sammeln, auswerten und im besten Fall Prozesse optimieren. Datenrelationen werden erkennbar: So sind beispielsweise Wartungen zum erforderlichen Zeitpunkt durchführbar und müssen nicht nach Gefühl ausgetauscht werden.

Auch Bauteile lassen sich smart gestalten: Kennzeichnet man diese beispielsweise bereits im Herstellungsprozess mit einem QR-Code, den man in den folgenden Prozessen scannt, ist eine Rückverfolgung möglich. Dieser Code kann mit Informationen hinterlegt werden, die jederzeit abrufbar sind. Damit ist eine Dokumentation des kompletten Lebenszyklus eines Produkts von der Herstellung bis zum Kunden abdeckbar. Denn nur, wer alle Daten im Blick hat, kann seine Prozesse optimieren, Fehler schneller erkennen und diese beseitigen. Die Produktion wird transparenter, dadurch effizienter und das Unternehmen wirtschaftlicher.

Kennzeichnet man die Bauteile mit einem QR-Code, den man in den folgenden Prozessen scannt, ist eine Rückverfolgung und möglich, die Prozessoptimierungen erleichtert.

Vernetzte, energie- und ressourceneffiziente und vor allem wandlungsfähige Abläufe sind die entscheidenden Merkmale der zukünftigen Fabriken. Und dabei wird der Mensch nicht ersetzt, sondern entlastet. Monotone und körperlich anstrengende Tätigkeiten übernimmt der Roboter, während der Mitarbeiter anspruchsvolleren Tätigkeiten wie Qualitätskontrolle nachgehen kann.

Muss ich jetzt meine komplette Produktion schlagartig umstellen? Nein, müssen Sie nicht: „Es muss ja nicht immer gleich eine komplett neue Anlage sein“, erklärt Günther. KUKA schneidert individuelle Fertigungskonzepte für seine Kunden. Es gibt Anwendungen, die für Neuanlagen konzipiert sind, aber auch Lösungen, die in bereits bestehende Produktionen integrierbar sind und damit in kleinen Schritten den Weg hin zur Industrie 4.0 ebnen. Und bestehende Anlagen können nach den neuen Standards und für neue Bauteile umgerüstet werden.

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