Smart Cities und intelligente Vernetzung – zukunftsfähige Logistik für lebenswerte Städte

Stellen Sie sich einmal folgendes Szenario vor: Sie bestellen eine dringend benötigte Ware, deren Eintreffen Ihnen der Anbieter in wenigen Stunden verspricht. Tatsächlich geht Ihr Paket sofort auf die Reise. Doch was passiert? Der Lieferwagen ist zwar einsatzbereit und beladen, bleibt aber auf der üblichen Route im abendlichen Pendlerverkehr stecken. Gerade noch rechtzeitig erreicht er das Verteilzentrum in Ihrer Nähe, doch dieses ist krankheitsbedingt personell unterbesetzt. Kapazitäts- und Zeitdruck herrschen vor Ort. Viel zu spät landet Ihr Paket im örtlichen Posttransport und gelangt durch einen Boten zu Ihnen – aber leider erst am nächsten Tag statt einige Stunden später.

Stellen Sie sich jetzt einmal ein anderes Szenario vor: Ihr Paket geht sofort auf die Reise. Der Lieferwagen erreicht das Verteilzentrum schnell und problemlos, trotz des hohen Verkehrsaufkommens. Ein smartes Datensystem hat Mobilitätsengpässe vorausgesehen und die optimale Route berechnet. Autonom bewegt sich der Lieferwagen in einer aufeinander abgestimmten Verkehrsordnung, die auch andere Fahrzeuge störungsfrei lenkt. Am Verteilzentrum angekommen wird Ihr Paket sofort weitergeleitet. Automatisierte Prozesse federn dabei die personelle Unterbesetzung ab. Zu guter Letzt macht sich eine Drohne auf den Weg zu Ihnen und liefert das benötigte Paket – nur zwei Stunden nach der Bestellung, wie versprochen.

Neue Konzepte für die urbane Zukunft

Es ist offensichtlich: Szenario zwei ist weitaus effizienter als Szenario eins. Und wird voraussichtlich bald Realität werden. Denn Logistiker arbeiten bereits intensiv daran. Nicht allein aus Forscherdrang, sondern angesichts der gesellschaftlichen Megatrends auch aus Notwendigkeit. Gemeint ist die zunehmende Urbanisierung, die Verdichtung ohnehin schon überfüllter Städte, bei gleichzeitig steigenden Ansprüchen des Endkunden nach maximaler Mobilität und Flexibilität. Diese Erwartungshaltung verlangt Leistungssteigerungen über die gesamte Lieferkette hinweg. Dementsprechend ist die City-Logistik im Umbruch. Christian Baur, CEO von Swisslog Logistics Automation: „Um die Weiterentwicklung von Großstädten zu Smart Cities zu ermöglichen, sind intelligente Konzepte und Technologien hinsichtlich Mobilität, Vernetzung, Big und Smart Data erforderlich.“

Intelligente Mobilität durch smarte Vernetzung

Autonom agierenden, intelligent vernetzten Systemen gehört die Zukunft. Sie machen Städte „smart“ und damit zukunftsfähig, so dass Sie weiterhin lebenswert bleiben. Multifunktionelle Hardware vereint sich mit ausgeklügelter Software und leistet vor allem eins: Wegeoptimierung. Auf der Straße und im Lagerhaus. Als Basis dienen allerorts analysierte und gekonnt konfigurierte, nutzbringende Daten. Mit ihnen tritt Mobilität in ein neues Zeitalter ein. In ein Zeitalter, in dem Verkehr in reibungsloser Taktung erfolgt, in dem autonome Fahrzeuge ihr Ziel selbstständig erreichen, in dem Drohnen die letzten Meter barrierefrei überwinden und in denen Roboter eine immer größere Rolle spielen.

Entlastung für mehr Lebensqualität

Ist das eine Entwicklung, vor der wir uns als Menschen fürchten müssen? Wird uns der Roboter in Zukunft ersetzen? Nein. Die Idee ist eine ganz andere: Digitale, maschinengestützte Dienste sind dazu da, dem Menschen zu helfen, ihn zu entlasten und ihm mehr Lebensqualität zu verschaffen. „Smart Cities“ sollen bestenfalls staufrei und leiser als heute werden, trotzdem ein attraktives Arbeits-, Kultur-, Bildungs- und Konsumangebot bereithalten. Zugegeben, dieses Ziel ist hochgesteckt, aber deshalb nicht unerreichbar. Schon heute existieren viele clevere Konzepte, die in die richtige Richtung gehen. Das der E-Mobilität oder des „Free Floating Carsharing“, um nur zwei Lösungsansätze zu nennen, gehören dazu: „DriveNow“ von BMW und „car2go“ von Daimler sind Beispiele für den Individualverkehr „ohne eigenes Auto“. Hier ist die Anmietung frei geparkter Fahrzeuge im Stadtbereich bei Bedarf und im Minutentakt möglich.

Vorausschauend und flexibel

Im Bereich der Produktions- und Lagerlogistik – wir erinnern uns an das Verteilzentrum, in dem Ihr Paket gehandhabt wurde – ist Digitalisierung dann „smart“, wenn sie zum Beispiel Geschehnisse „voraussieht“ und entsprechend agiert: Warum nicht proaktiv mehr Regenschirme herstellen, wenn die Wettervorhersage eine Niederschlagsperiode ankündigt? Warum nicht schwere und stupide Arbeiten automatisieren, um dem Logistikmitarbeiter gesundheitsschonende Tätigkeiten „mit Köpfchen“ zu überantworten? „ACPaQ“, „Automated Case Packing“ und „ItemPiQ“ zur Einzelstückkommissionierung sind vollautomatisierte Lösungen aus dem Swisslog-Portfolio, bei denen Roboter das Beladen von Mischpaletten bzw. die auftragsbezogene Zusammenstellung von Waren übernehmen: rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr und praktisch fehlerfrei. Im Hintergrund eines smarten intralogistischen Prozesses wirkt intelligente Software wie zum Beispiel „SynQ“ von Swisslog, die Materialflüsse bedarfsgerecht steuert, die Anlagen lückenlos überwacht, für die Wartung und Instandhaltung wichtige Informationen liefert. Alles unter dem Zeichen der Schnelligkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und des Komforts.

Große Herausforderungen und noch größere Chancen

Smart Cities sind atmende Gefüge voller Dynamik und Experimentierfreude. Für Logistiker stellen sie eine große Herausforderung dar, bieten aber noch größere Chancen. Innovationsfreude wird ebenso gefördert wie der Wille zur Vernetzung und Kooperation. Zeitgenössische und zukünftige Transportsysteme können sich optimal ergänzen. Moderne Verkehrsleitkonzepte und effektive Ladeoptimierungen schonen dabei Ressourcen, sparen Kosten und Platz. Intelligente Läger halten Güter in Echtzeit bereit. Sie existieren als großes Verteilzentrum in der Peripherie wie auch als Kleindepot im Zentrum. Eine zukunftsfähige Logistik für lebenswerte Städte.

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