Die Schnittstelle zwischen den Welten

Auf den ersten Blick ist es nur ein kleiner grauer Kasten in einer Werkshalle. Unter ihm eine lange Produktionslinie, in der Mitarbeiter Schrauben in Gewinde drehen oder Metallteile in eine Lackieranlage schieben. Einer der Mitarbeiter hält einen Tablet-Computer in der Hand. Auf dem Bildschirm sieht er farbige Kreise, Balkendiagramme und mit Pfeilen verbundene Kästchen – dem kleinen grauen Kasten sei Dank.

Die Darstellung und Auswertung von Daten, die in der Produktion erhoben werden, ist ein zentraler Punkt der vierten industriellen Revolution. Industrie 4.0, die smarte Fabrik oder das Internet der Dinge – diese Schlagworte bewegen die Wirtschaft. Gemeint ist die intelligente Vernetzung von produktionsrelevanten Komponenten – seien es Schraubenzieher, Roboter, Werkzeugmaschinen oder ganze Anlagen. Cloud-Computing und Big Data ermöglichen es, riesige Datensätze zu speichern, zu verarbeiten und daraus logische Schlüsse zu ziehen. Übertragen auf die industrielle Fertigung heißt das: Maschinen und Anlagen verraten immer mehr Daten, historisches Wissen und Kontextinformationen, die sichtbar gemacht werden.

Daten übertragen, speichern und aufbereiten

Die Daten des Schraubenziehers, des Roboters oder der Werkzeugmaschine werden über ein Fog-Computing-Gerät, den kleinen grauen Kasten, in die Cloud übertragen und dort gespeichert. Dies ist die Schnittstelle zwischen der realen und digitalen Welt, zwischen der menschlichen und der maschinellen – wie ein Lichtschalter, der weder zum Menschen noch zur Lampe gehört. Endnutzer, wie der Mitarbeiter in der Werkshalle, können sich diese Daten nutzerfreundlich aufbereitet auf dem Laptop, Tablet oder anderen Endgeräten ansehen. Das Ziel dahinter: Die eigene Produktion zu analysieren oder bei einer Störung einen „Remote Sevice“ zu ermöglichen, bei dem sich Service-Techniker von einem anderen Ort auf die betroffene Maschine schalten können. So kann schnell auf Probleme reagiert werden. Auch das Potenzial für Verbesserungen wird sichtbar.

Private Apps als Vorbild

Die Nutzung von Apps auf dem privaten Smartphone dient als Vorbild solcher cloudbasierten Software-Plattformen. Ähnlich wie Apps sollen sie auf Anhieb verstanden werden. Die Darstellung auf dem Tablet lässt sich individuell anpassen. Dabei sind den Wünschen, welche Daten dargestellt werden sollen, kaum Grenzen gesetzt. Die Auslastung der Maschine, eventuelle Störungen und das Zeitfenster bis zur nächsten Wartung sind nur einige sinnvolle Beispiele. Und was passiert mit den angezeigten Daten?

Mit den neuen Technologien wie der verbesserten Sensorik ist es nun möglich, Daten noch gezielter und in einer größeren Vielfalt zu erheben und zu verarbeiten. Was dabei den Unterschied macht? Es ist das Wissen über Produktionsprozesse, über die Mechatronik. Der kleine graue Kasten ist ein unverzichtbarer Helfer beim Übertragen und Sichtbarmachen der Daten. Noch wichtiger ist aber deren Analyse. Nur so können aus den gesammelten Daten nützliche Thesen abgeleitet werden.

Die Mensch-Roboter-Kollaboration ermöglicht gemeinsam mit Cloud-Computing und der Auswertung von Big Data völlig neue Wege in der Automatisierung. Erfahren Sie mehr über die Schlüsseltechnologien von KUKA für Industrie 4.0.

Schreibe einen Kommentar