KUKA Automatica 2018 Pressegespräch Griff in die Kiste

Einfache Bedienung, das neue Öl und der Griff in die Kiste – über aktuelle Herausforderungen in der Automatisierung

Für uns ist es einfach, unsortierte Gegenstände aus einer Kiste zu greifen – seien es Taschentücher, Süßigkeiten oder Schrauben in verschiedenen Größen. Für einen Roboter ist es das nicht. Der „Griff in die Kiste“ steht in der Automatisierungs-Branche ganz oben auf der Agenda. Er ist für die Entwicklung eines robusten Algorithmus auch für die Disziplin des maschinellen Lernens äußerst interessant – und deshalb eines der Themen im KUKA Pressegespräch auf der automatica 2018 in München.

Sie treffen sich in den Hallen der Messe München: Experten aus der Industrie und interessierte Fachjournalisten. Sie tauschen sich aus über App-Stores für die Industrie und Shared-Services über Big Data & Smart Data. Sie sprechen über globale Strategien für Konzepte zum Einsatz von künstlicher Intelligenz und das bei unterschiedlichen Regularien der einzelnen Länder. Sie diskutieren über das sinnvolle Sortieren der Daten, den Zugriff darauf und über den Griff in die Kiste mit sensitiven Robotern.

„Cobots stehen dieses Jahr auf der automatica auf jeden Fall im Fokus“, beginnt Christian Tarragona, Senior Vice President in der Forschung und Entwicklung von KUKA, sein Eingangs-Statement. Neben ihm sitzen mit David Fuller, Chief Technology Officer bei KUKA und Dr. Christian Baur, CEO von Swisslog Logistics Automation, zwei weitere Experten. Als Trio stellen sie sich im KUKA Pressegespräch den Fragen der Journalisten.

Daten sind das neue Öl

„Wer sich heute gegenüber Software verschließt, der hat eigentlich schon verloren“, sagt Christian Tarragona und denkt dabei vor allem auch an den neuen LBR iisy, der als sensitiver Leichtbauroboter die Themen Mensch-Roboter-Kollaboration, Sensitivität und easy-to-use in sich vereint.  „Dabei muss der Fokus darauf liegen, dass der Roboter samt Software einfach zu bedienen, sicher, vernetzt und smart ist“, ergänzt David Fuller. „Das gilt nicht nur für den Bereich der Cobots sondern für alle Industrieroboter“.

Smart schlägt die Brücke zur künstlichen Intelligenz, zur Analyse der richtigen Daten. „Daten sind das neue Öl. Das Internet ist mit .jpeg oder .png zwar voller standardisierter Dateiformate für Bilder, was großartig für die Entwicklung der bildbasierten Objekterkennung war. Ein standardisiertes Dateiformat für den Griff eines Roboters in eine Kiste oder das Punktschweißen und viele weitere Schlüsselprozesse gibt es jedoch nicht. Für die Anwendung künstlicher Intelligenz braucht man all diese Daten. Wir konzentrieren uns darauf, für diesen Prozess Daten zu sammeln und verfügbar zu machen“, sagt David Fuller.

KUKA LBR iisy Bin Picking Automatica Press Talk

Was Robotersysteme gegenüber der menschlichen Hand noch lernen müssen

In Warenlagern, die gefüllt sind mit Konsumgütern des Alltags, fahren fahrerlose Transportplattformen ganze Regale an Ausgabestationen. Dort warten Roboter, die die Güter aus den Kisten greifen und je nach Bestellung zusammenstellen. „Im Bereich der künstlichen Intelligenz gilt es, Dinge parallel zu machen. Grundsätzlich muss überlegt werden, welche Daten benötigt werden und wie diese dann analysiert werden können. Denn unendlich viele Daten helfen nicht weiter, wenn es nicht die richtigen sind“, sagt Dr. Christian Baur. „Sobald ich die richtigen Daten aber vorliegen habe, kann ich damit konkrete Themen wie den Griff in die Kiste lösen“.

Was den Griff in die Kiste so komplex macht? Es ist das Zusammenspiel aus Hardware mit der richtigen Software. Neben einem sensitiven Roboter braucht es Kameras und den passenden Greifer, der sowohl Taschentücher, Süßigkeiten als auch Schrauben aufnehmen kann. Unsere menschliche Hand ist bei dieser Aufgabe ganz klar im Vorteil. Es muss also das Ziel sein, dass das ganze System lernt – nicht nur der Roboter. Denn nur dann kann das System effektiv zusammenspielen und lernen, um dann irgendwann zu wissen, dass es mit einer Glasflasche vorsichtiger umgehen muss als mit einer Plastikflasche.

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