Industrie 4.0. Vom Buzzword zur zentralen Strategie.

Als sich die Medien noch nicht darüber einig waren, ob Industrie 4.0 nun ein Trend, eine Entwicklung oder eine Revolution sei, hatte KUKA längst erkannt, dass Digitalisierung die Produktionswelt nachhaltig verändern wird und die Weichen entsprechend gestellt.

Was die Menschen aus ihrem privaten Umfeld und von ihrem Konsumverhalten kennen, wird früher oder später auch Einzug in die Fertigungsbetriebe halten. Kundenbedürfnisse werden die Produktion beeinflussen, ja sogar steuern. Die Menschen sind heute gewöhnt, Waren im Internet zu kaufen und über Nacht geliefert zu bekommen. Dabei wollen sie ihre Bestellungen möglichst individuell gestalten. Den hippen Marken-Turnschuh bitte in der Lieblingsfarbe oder auf den Trainingsanzug abgestimmt. „In“ ist, was individuell gefällt – das Internet macht es möglich. Eine Lebensart, die hohe Anforderungen an die Produktion stellt.

Die KUKA Cloud im Fokus – Holger Ewald, Dr. Christian Schloegel und Rohitashwa Pant (v. l. n. r.) diskutieren die optimale Cloud-Lösung für die Kunden.

Die Digitalisierung und das Verhalten der Kunden wird ganze Herstellungsprozesse verändern: Cloud-basierte Services werden in Zukunft die Produktionswelt bestimmen. Fertigung wird eine Dienstleistung, die auf Klick bestellbar ist. Statt einer Anlage kauft der Kunde den Service. Ähnliche Konzepte kennen wir heute beispielsweise durch Carsharing oder dem Streaming von Musik. Das garantiert Unternehmen genau die Flexibilität, die ihre Kunden fordern.

„KUKA sitzt im Zentrum dieser Entwicklung“, erläutert Rohitashwa Pant, Senior Vice President Industrie 4.0 Accelerator. „Der Roboter ist beispielsweise ein Schlüsselelement. Er dient als Schnittstelle zwischen IT und Produktionswelt. Er sammelt Daten, die dafür genutzt werden können, Prozesse zu verbessern.“ Pant kam vor etwa einem Jahr zu KUKA, um sich der anspruchsvollen Aufgabe zu widmen, alle Industrie 4.0-Projekte im Unternehmen zu bündeln und voranzutreiben.

Rohitashwa Pant leitet das Team Industrie 4.0 Accelerator.

„Ich war zuvor bei einer Beratungsfirma, die sich mit Industrie 4.0  befasste. Die Chance, das konzeptionelle Gerüst Industrie 4.0 in reellen Projekten umzusetzen und in Sachen Innovation an vorderster Front mitzuarbeiten, ist einmalig“, erzählt Pant. Seine Karriere begann der Ingenieur bei Siemens in Erlangen als Inbetriebsetzer von Automatisierungssystemen. Nach Stationen in den USA und in Indien beschäftigte sich Pant zunehmend mit dem Thema Digitalisierung und arbeitete zuletzt bei Accenture Digital in München. „Meine Heimat ist Bayern, aber auch Indien. Ich stamme ursprünglich aus Mumbai und in München sind meine Kinder zur Welt gekommen“, erzählt der junge Vater von einem Sohn und Zwillingsmädchen. „Hier fühle ich mich wohl.“

Beim Augsburger Automatisierungsspezialisten KUKA arbeitet Pant nun an der konzeptionellen Umsetzung von Industrie 4.0. „Wir bei KUKA beschäftigen uns jeden Tag damit, diesen abstrakten Begriff zu entmystifizieren.“ So überlegt das Team unter anderem, wie sich mit Hilfe von Vernetzung komplexe und undurchsichtige Prozesse genauer organisieren lassen. So könnte die Planungsgenauigkeit für Kommissionierungsarbeit in einem Logistikzentrum von einem halben Tag auf ein bis zwei Stunden reduziert und der Durchsatz des Lagers gesteigert werden. Auch die Idee, mit Hilfe von Digitalisierung das Produktionsumfeld zu analysieren und Prozesse darauf abzustimmen, greift das Team auf. „So ein Ansatz wäre jetzt denkbar, weil es mittlerweile entsprechende Technologien und Sensoren gibt, um dynamische Parameter wie Temperatur oder Energieverbrauch zentral in der Cloud mit dem Produktionsprozess abzustimmen“, erzählt Pant. „Industrie 4.0 hilft uns also dabei, intelligente Lösungen zu bauen, damit wir uns flexibel an Gegebenheiten anpassen können.“

„In der digitalisierten Welt hängt alles zusammen, die globale IT richtet sich daher ganz auf diesen Wandel aus.“ Holger Ewald

Industrie 4.0 ist aber weit mehr als ein Projekt. Für Industrie 4.0 wandelt sich das ganze Unternehmen.
„In der digitalisierten Welt hängt alles zusammen, die globale IT richtet sich daher ganz auf diesen Wandel aus“, erklärt Chief Information Officer Holger Ewald die jüngsten Weichenstellungen bei KUKA.

Im Rahmen des groß angelegten Programms Power ON werden wichtige Grundlagen für die Industrie 4.0 zum Beispiel in Form von weltweit harmonisierten Prozessen und Produktdaten gelegt. „Darauf aufbauend verbinden wir mit der KUKA Digital Business Cloud Waren, Informationen und Finanzflüsse digital. So sprechen wir zukünftig bei KUKA eine gemeinsame digitale Sprache im Unternehmen und zum Kunden.“ Für den Kunden wird diese Veränderung spätestens dann spürbar, wenn er sich auf den digitalen KUKA Marktplatz begibt. Unter https://shop.kuka.com geht es nicht nur um den Kauf neuer KUKA Produkte, die Seite bietet auch Benutzerhandbücher, Schulungsvideos und alles was der Kunde sonst noch an Information benötigt.

„Da das Produktportfolio von KUKA weiter wächst, ist eine digitale Handelsplattform unerlässlich, um den Kunden ein intuitives Erlebnis und eine umfassende Übersicht über neue Angebote zu bieten“, betont David Fuller, Chief Technology Officer.

„Da das Produktportfolio von KUKA weiter wächst, ist eine digitale Handelsplattform unerlässlich.“ David Fuller

Im Fokus der digitalen Geschäftstransformation bietet der KUKA Marketplace Kunden die neueste Zero Touch IoT-Lösung von KUKA für die intelligente Produktion – KUKA Connect. Ein Produkt, auf das Fuller besonders stolz ist. Es ist ein Produkt, das es Kunden ermöglicht, Roboterdaten in ihrer Produktion einzusehen – bequem am Computer und ganz egal, wo der Roboter steht. Der Roboter meldet dem Kunden, ob er bald gewartet werden muss oder gibt Aufschluss über seinen Energieverbrauch.

KUKA Connect ist ein cloud-basiertes Produkt, mit der Kunden in der Lage sind, ihre Produktion effizienter zu machen zu steigern und vor allem innovativ zu sein. Dabei baut KUKA auf offene globale Standards auf und nutzt große Datenanalysen und eine Fog Computing-Plattform, um den Kunden maximale Transparenz mit Blick auf ihre Roboter zu bieten.

„Wer, wenn nicht wir, kann den Kunden dabei helfen, ihre vernetzten Prozesse zu verbessern.“ Dr. Christian Schloegel

„Es ist ein großer Vorteil von KUKA, dass wir über sehr viel Prozess-Knowhow verfügen“, erläutert Christian Schlögel, Chief Digital Officer. „Wer, wenn nicht wir, kann den Kunden dabei helfen, ihre vernetzten Prozesse zu verbessern.“

Vernetzen und Daten sammeln ist das eine, aber mit den Daten etwas anfangen zu können, das ist das andere. „Wir rechnen damit, dass unsere Kunden nicht nur Aufschluss über die KUKA Prozesse haben möchten. Sie können ihren Prozess nämlich nur optimieren, wenn sie ihn komplett überblicken, vom Roboter über den Greifer bis hin zu der Umgebung, in der der Roboter eingesetzt wird.“  Daher möchte Schlögel die Connyun-Plattform auch für Dritte öffnen. „Das Motto lautet Eco-System statt Ego-System“, erläutert er und lächelt. „Wer alle Prozesse und Daten für sich alleine beansprucht, wird im internationalen Wettbewerb recht schnell das Nachsehen haben.“ Im digitalen Wandel wird „teilen“ großgeschrieben. Das heißt aber noch  lange nicht, dass jeder Zugriff auf die Daten bekommen soll. „Wer Einsicht in die Daten bekommt und warum, entscheidet immer noch der Kunde.“

Dennoch müsse man umdenken, hier sind sich die KUKA Technologen einig. Man muss bereit sein für den digitalen Wandel. Und dieser Wandel beginnt bei den KUKA Mitarbeitern selbst. Die sind an das übergreifende Arbeiten längst gewöhnt. Sie arbeiten in globalen Teams und Abstimmung zwischen unterschiedlichen Zeitzonen ist kein Problem. Ein Entwicklerteam in Austin zum Beispiel liefert das IoT-Knowhow.

Unterstützt werden die Mitarbeiter bei ihrem übergreifenden Austausch durch eine Plattform aus der KUKA Digital Business Cloud. In diesem sogenannten Social Business Network namens Chatter teilen die Mitarbeiter Wissen, diskutieren aktuelle  Themen und organisieren sich in Projektgruppen. Seit Juni ist Chatter weltweit fester Bestandteil des Arbeitsalltags bei KUKA – eine digitale Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.

Quelle https://www.kuka.com/-/media/kuka-corporate/documents/ir/reports-and-presentations/annual-report/kuka-geschaeftsbericht-2016.pdf

Alles rund um das Thema Industrie 4.0 bei KUKA finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.kuka.com/de-de/technologien/industrie-4-0

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