Generation R – Robotic Natives: Der Einfluss von Innovationen auf gesellschaftliche Veränderungen

Dominik Bösl ist Senior Corporate Innovation Manager bei KUKA. Die Frage, mit der er sich beschäftigt: Wie verändern Innovationen die Zukunft und die Gesellschaft?

Herr Bösl, häufig lesen wir, die Roboter werden eine technische Errungenschaft sein, wie vor einiger Zeit die Smartphones.

Robotik wird die Welt verändern! Roboter, Automatisierungstechnik und künstliche Intelligenz werden in den nächsten 50 Jahren mindestens so viel Veränderungspotenzial entfalten, wie das Internet, Computertechnologie und Smartphones im letzten halben Jahrhundert. Ich persönlich bin mir sicher, dass diese Technologien unsere Lebenswelt durchdringen und unseren Alltag bereichern werden.
Wir werden diesen Trend auf jeden Fall noch miterleben – das macht uns zu den ersten Robotic Immigrants – zwar noch mit sehr analogem Migrationshintergrund, aber das wird sich rasch ändern. Spätestens für unsere Enkelkinder wird Robotik alltäglich sein – sie sind dann die erste Generation R von Robotic Natives!

Als jemand, der täglich mit Innovationen zu tun hat, sehen Sie das alles positiv oder denken Sie auch an Risiken, die disruptive Technologien mit sich bringen können?

Jede bahnbrechende technologische Erfindung bedeutet Veränderung. Das wird von den Menschen eigentlich immer erst einmal skeptisch wahrgenommen. Als die ersten Bahnstrecken gebaut wurden, glaubte man, der menschliche Körper könne die wahnsinnige Beschleunigung und die hohe Endgeschwindigkeit von maximal 30 Stundenkilometern nicht überleben. Heute mögen wir darüber schmunzeln, aber auch das Thema Robotik und künstliche Intelligenz wird heute sehr kontrovers diskutiert und wird dabei leider nicht immer nur positiv dargestellt.

Woher kommt das denn Ihrer Meinung nach?

Das liegt vor allem an zwei Dingen: Zum einen sind Robotik und künstliche Intelligenz durch den sogenannten „Hollywood-Effekt“ in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Alleine im letzten Jahr haben sich mehr als zehn Hollywood-Blockbuster mit dem Thema beschäftigt – und die Zuschauer lieben Science Fiction. Auf der anderen Seite gibt es „Neo-Weise“ – Experten, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Unglücklicherweise wird das Thema dabei teilweise etwas zu pauschal betrachtet und es werden unrealistische Horrorszenarien, wie zum Beispiel der Terminator oder sich verselbständigende künstliche Intelligenz, heraufbeschworen.

Jetzt mal weg von Terminator und Co. Man liest ja immer wieder, in Zukunft fallen durch den Einsatz von Robotern, die immer intelligenter werden, Jobs weg.

Die Historie, aber auch Statistiken zeigen, dass Technologie – und insbesondere Robotik und Automatisierung – seit der ersten industriellen Revolution mehr Arbeitsplätze geschaffen hat, als im gleichen Zeitraum weggefallen sind. Ein Beispiel dafür ist die Automobilindustrie.

Aber die Tätigkeitsprofile von Berufsgruppen werden sich durch Technologie verändern. Wir müssen uns also fragen, wie wir in Zukunft Arbeitskräfte in der Industrie weiterbilden bzw. wie die Ausbildung der Zukunft aussehen muss. Dazu tauschen sich Unternehmen wie KUKA mit Forschung, Industrie und Arbeitnehmerverbänden aus.  

Quelle https://www.kuka.com/-/media/kuka-corporate/documents/ir/reports-and-presentations/annual-report/kuka-geschaeftsbericht-2016.pdf

Schreibe einen Kommentar