Zwischen Augsburg und dem Himalaya: Eine KUKA Hilfsaktion auf dem Dach der Welt

Zwei KUKAnerinnen radeln über die höchsten befahrbaren Pässe der Welt, über den Himalaya Highway. Da werden sie von einem Transport der KUKA überholt. In den Transportern befinden sich aber keine Roboter, sondern Hilfsgüter. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Hilfsaktion.

2010 erschüttert eine Flutkatastrophe die nordindische Stadt Leh, eine der höchstgelegenen ständig bewohnten Städte der Welt. Überschwemmungen und heftige Erdrutsche verwüsten Teile der Stadt und die Umgebung. Um dringend benötigte Hilfsgüter wie Krücken, Rollstühle, Gehstützen und vieles mehr aus Deutschland zu den Opfern der Katastrophe zu bringen und einen Versand dieser Art möglich zu machen, war nicht nur eine besondere Freundschaft zwischen zwei Arbeitskolleginnen, eine einzigartige deutsch-indische Zusammenarbeit, sondern auch eine einmalige Kooperation zwischen der KUKA und ihren Partnerfirmen nötig.

Drahtzieher der Aktion waren die Günzburgerin Mirjam Schlecht und die Augsburgerin Henriette Schneider. Kennen gelernt haben sich die beiden bereits vor 14 Jahren, als die KUKA die Günzburger Firma aufkaufte, in der Mirjam in der Entwicklung arbeitete. Die beiden entdeckten ihr gemeinsames Interesse für den Bergsport. Gemeinsam unternahmen sie ausgedehnte Bergtouren, von der Zugspitze bis zum Mount Everest Base Camp.

Ende letzten Jahres hatten die zwei Freundinnen dann gemeinsam mit ihrer Bekannten Karola Wood, der Gründerin des Günzburger Vereins Ladakh-Hilfe, eine Idee: Hilfsgüter zu sammeln und mit Unterstützung von KUKA in die Katastrophenregion nach Indien zu schicken, wo sie dringend gebraucht werden.

Hilfsbereite Menschen und einige Krankenhäuser sendeten ausrangierte Gehständern, Krücken, Rollstühle und gebrauchte Rollstühlen in eine Garage in Günzburg. „Es war total spannend zu sehen, dass etwas passiert. Die Garage wurde immer voller“, erinnerte sich Henriette. Aus der geplanten kleinen Box wurden schnell zwei große Holzkisten.

Der  Geschäftsführer von KUKA Indien, Raj Rathee, und der Leiter der Logistik, Markus Hirschmann, waren von der Idee sofort angetan. Gemeinsam mit Markus Hirschmann planten die Freundinnen den Versand, der von den KUKA Partnerfirmen Dachser und Epolog kostenlos ausgeführt wurde. „Die Zusammenarbeit zwischen den Partnerfirmen und der KUKA war toll, das war Teamarbeit“, erzählte Mirjam. „Eine Versandaktion in diesem Ausmaß hätte der Hilfsverein niemals ohne die KUKA geschafft.“ Und auch durch die Unterstützung von den indischen Kollegen schafften es die Hilfsgüter durch den Zoll.

Gleichzeitig planten Mirjam und Henriette, über die höchsten befahrbaren Pässe der Welt mit ihren Fahrrädern fahren, um auf den Günzburger Hilfsverein aufmerksam zu machen und das Charity-Center in Leh zu besuchen. „Der Himalaya gefällt uns sowieso. Und es ist ein schöner Nebeneffekt, die Freude über die Spenden zu sehen.“ Manoj Yadav von KUKA Roboter Indien war bereits über den Pass gefahren und gab ihnen Tipps und Informationen für die 540 Kilometer lange Strecke über sechs Bergpässe. So kam es, dass die Sportlerinnen auf ihrer Fahrt von dem Transport überholt wurden und fast zeitgleich mit den Hilfsgütern ankamen.

Der Hilfsverein von Karola Wood rührte vor Ort die Werbetrommel, so dassbei  Ankunft in Leh kamen einige indische Reporter. So schafften sie es sogar in den größten Nachrichtensender Indiens. Die beiden Freundinnen besuchten auch die KUKA Kollegen in Delhi, um sich für die Unterstützung zu bedanken und trafen Raj, Manoj und Rinki persönlich.

Von der Reise zeigten sich nach ihrer Rückkehr begeistert. „So eine Aktion ist eine tolle Chance zu helfen. Und dann auch noch direkt das Feedback von den Mensch zu sehen, dafür bin ich sehr dankbar“, sagte Henriette.

Weitere Informationen zum ehrenamtlichen Hilfeverein sind unter www.ladakh-hilfe.de zu finden.

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